Projekt Wasserschule der 3. und 4. Stufe
Seit diesem Schuljahr finden in der Volksschule Schwendt die sogenannten „Naturedays“ statt. Ungefähr einmal monatlich wird der Unterricht für den ganzen Schultag nach draußen verlegt. Das Gelernte wird von den Kindern in ihren selbst gemachten „Naturebooks“ festgehalten.
Rund um den aktuellen Natureday erwartete die Kinder der 3. und 4. Schulstufe im März ein ganz besonderer Besuch. Für drei Tage gestaltete ein Ranger aus dem Nationalpark Hohe Tauern mit dem Projekt „Wasserschule“ den Unterrichtsalltag mit.

In den ersten beiden Tagen lernten die Kinder aus erster Hand die Aufgaben eines Nationalparks
kennen. Der Ranger Christoph verdeutlichte, was den größten Nationalpark Österreichs so
schützenswert macht, welche besonderen Pflanzen dort wachsen und welche
außergewöhnlichen Tiere in diesem Lebensraum vorkommen. Er erzählte von Blumen, die aus
Steinen wachsen können, erklärte, was das Pfeifen der Murmeltiere bedeutet, warum der
Bartgeier gar nicht so bedrohlich ist, wie er scheint und vieles mehr. Zudem brachten zahlreiche
Anschauungsmaterialien, wie die Hörner eines Steinbockes oder die Klaue eines Adlers, die
Schüler:innen zum Staunen.

Zum Nationalpark rund um Österreichs höchsten Berg gehören natürlich auch die Gletscher, das über tausende von Jahren gefrorene Wasser, das für seine Umgebung so prägend ist. Den Kindern wurde bewusst, dass Wasser eben nicht nur in flüssiger Form vorkommt, lernten auf diese Weise die Aggregatzustände kennen und erlebten in einem Experiment, wie in der Klasse eine kleine Wolke entstand. Gemeinsam tauchten sie immer tiefer in die Wasserthematik ein und stellten mithilfe des Wasserkreislaufes fest, dass wir dasselbe Wasser trinken, mit dem sich bereits Dinosaurier gewaschen haben. Sie begriffen anhand eines selbst gebauten Bodenfilters, wie Grundwasser so sauber wird, dass man es überhaupt trinken kann und wie gering trotzdem der Anteil des Trinkwassers auf der ganzen Welt ist.

Am dritten Tag ging es schließlich raus in die Natur. Wie Wasseramseln begaben sich die Schüler:innen auf die Suche nach den kleinen Einwohnern des Kohlenbaches. Voller Begeisterung drehten sie einen Stein nach dem anderen um und pinselten die kleinen Krabbler vorsichtig in einen Becher. Am Bachrand wartete Christoph mit einem Mikroskop, wo die Eintagsfliegenlarve, die Köcherfliegenlarve oder der Strudelwurm genauer betrachtet werden konnten. Es ist erstaunlich, wie belebt die „Kohle“ ist und die dort entdeckten Lebewesen bestätigten dem kleinen Bach eine hervorragende Wasserqualität!
Leider verging die Zeit viel zu schnell und die Klasse musste sich von „ihrem“ Nationalpark-Ranger wieder verabschieden. Herzlichen Dank an den Nationalpark Hohe Tauern für das eindrucksvolle Schulprojekt und an Christoph für die lehrreichen Tage, die faszinierenden Experimente und viele gemeinsame Erlebnisse.